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Abtreibungspille: Die wichtigsten Infos & Vergleich mit der Pille Danach

Die Pille Danach wird in den Medien immer wieder als Abtreibungspille dargestellt, obwohl sie das in Wirklichkeit ganz und gar nicht ist. Als Reaktion darauf möchten wir Ihnen in diesem Artikel zeigen, was eine Abtreibungspille wirklich ist und was nach der Einnahme im Körper passiert.

Abtreibungspille: Die wichtigsten Infos & Vergleich mit der Pille DanachDer Wirkstoff, den die Abtreibungspille enthält, heißt Mifepriston. Er ist unter dem Handelsnamen Mifegyne erhältlich. Grundsätzlich handelt es sich hierbei um einen Progesteron-Rezeptorantagonisten. Sprich: Mifepriston hemmt das Hormon Progesteron, indem es die passenden Rezeptoren zuerst besetzt. Außerdem blockiert der Wirkstoff die Rezeptoren für Glukokortikoide. In einfachen Worten ausgedrückt bedeutet dies, dass der Wirkstoff der Abtreibungspille wichtigen Hormonen „den Platz wegnimmt„, sodass diese nicht mehr wirken können.

Im folgenden Artikel erfahren Sie mehr über die Wirkweise, die Entwicklung, die Nebenwirkungen und die politische Diskussion rund um die Abtreibungspille. 

Wie wirkt die Abtreibungspille?

Wenn eine Abtreibung erwünscht ist, müssen innerhalb von 48 Stunden zwei bestimmte Pillen zu genau definierten Zeitpunkten eingenommen werden. Die erste Pille enthält den Wirkstoff Mifepriston. Er leitet die Abtreibung ein und sorgt dafür, dass sich die Gebärmutterschleimhaut löst und der Muttermund der Frau öffnet. Dies geschieht innerhalb der ersten 48 Stunden nach der Einnahme.

Zwischen 36 und 48 Stunden wird die zweite Pille eingenommen, die ein Hormon der Gruppe der Prostaglandine enthält. Dieses Hormon sorgt dafür, dass sich die Gebärmutter zusammenzieht und es zur eigentlichen Abstoßung kommt.

Die höchste Erfolgsrate hat die Abtreibungspille, wenn sie innerhalb der ersten 49 Tage der Schwangerschaft eingenommen wird. Rein theoretisch funktioniert die Methode der Abtreibung die gesamte Schwangerschaft über. Wann in Deutschland unter welchen Umständen eine Abtreibung erlaubt ist, möchten wir an dieser Stelle jedoch nicht im Detail erörtern, da diese Regelungen den Rahmen sprengen würden und nicht in einem einfachen Satz zusammengefasst werden können.

Der Wirkstoff Mifepriston kann nicht nur für Abtreibungen verwendet werden, sondern kann aufgrund des sich öffnenden Muttermundes auch bei sonstigen gynäkologischen Eingriffen sinnvoll sein. Außerdem wird der Wirkstoff bei der Behandlung des sogenannten Cushing-Syndroms eingesetzt.

Zu welchen Nebenwirkungen kann die Abtreibungspille führen?

Die eigentliche Abtreibungspille mit dem Wirkstoff Mifepriston führt zu so gut wie keinen Nebenwirkungen – die zweite einzunehmende Pille hingegen schon. Hier kann es zu Übelkeit, Durchfall, Kopfschmerzen, Hitzewallungen und Erbrechen kommen. Außerdem ist es nicht unwahrscheinlich, dass die Abstoßung zu Schmerzen im Bereich des Uterus führt. Auch zu mehr oder weniger starken Blutungen kann es kommen.

Eine vollständige Liste aller Eventualitäten erhalten Frauen, die abtreiben möchten, jedoch früh genug von ihrem behandelnden Gynäkologen.

Von wem wurde der Wirkstoff Mifepriston entwickelt und wann kam die Pille auf den Markt?

Die Abtreibungspille wurde vom Unternehmen Roussel-Uclaf in den 1980er Jahren entwickelt. Zuerst zugelassen wurde der Wirkstoff im Jahre 1988 in Frankreich, wobei zahlreiche Proteste von Menschenrechtsorganisationen dazu geführt haben, dass das Medikament rund einen Monat später wieder vom Markt genommen wurde. Erst später wurde es wieder vom Gesundheitsminister freigegeben und kam dann auch in anderen europäischen Ländern auf den Markt. In Deutschland ist die Abtreibungspille erst seit 1999 erhältlich.

Seit 2007 wurde die Handhabung der Abtreibungspille europaweit vereinheitlicht. So darf sie bis zum 63. Tag der Schwangerschaft zum Abbruch eingesetzt werden.

Welche Reaktionen gab und gibt es auf die Abtreibungspille?

Bis heute gibt es zwei Fronten, die für bzw. gegen die Abtreibungspille sind. Die meisten Frauenbewegungen sind für die Abtreibungspille, da diese zur sexuellen Selbstbestimmung beiträgt, wohingegen Menschenrechtsbewegungen gegen die Abtreibungspille Sturm laufen.

Fest mit der Abtreibungspille verankert sind Diskussionen darüber, wann man von menschlichem Leben sprechen kann. Handelt es sich bereits um einen Menschen mit Rechten, wenn eine Spermie die weibliche Eizelle gerade erst befruchtet hat? Oder handelt es sich ab einer bestimmten Schwangerschaftswoche „um einen vollwertigen Menschen„? Oder erst nach der Geburt? Diese Frage muss jeder für sich selbst beantworten.

Abgrenzung zur Pille Danach

Im Gegensatz zur Abtreibungspille, sorgt die Pille Danach lediglich dafür, dass der Eisprung verhindert wird. Sind Spermie und Eizelle bereits miteinander verschmolzen, hat auch die Pille Danach keine Wirkung mehr. Wie Sie sehen können, handelt es sich bei der Pille Danach also keinesfalls um eine Abtreibungspille, die die befruchtete Eizelle „mit Gewalt“ aus dem Körper herausholt.

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