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Österreich: Schlechte Beratung bei Pille Danach

In unserem Nachbarland Österreich ist die Pille Danach bereits seit dem Jahr 2009 rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Die Österreicher haben somit einen Vorsprung von sechs Jahren bei der Rezeptfreiheit des Notfallverhütungsmittels im Vergleich zu Deutschland.

Österreich: So schlecht informieren Apotheker über die Pille DanachVor kurzem hat der Verein für Konsumenteninformation (kurz: VKI) die Beratung von Apothekern in Bezug auf die Pille Danach unter die Lupe genommen. Man wollte herausfinden, wie gut Patientinnen in Österreich beraten werden.

Das Ergebnis war verheerend: Von insgesamt 40 getesteten Apotheken in Wien und Tirol, war die Beratung in 33 von 40 Fällen wenig bis nicht zufriedenstellend.

So sollten Apotheker auf die Forderung nach der Pille Danach reagieren

In Österreich ist die Pille Danach seit 2009 rezeptfrei erhältlich. Das bedeutet, dass betroffene Frauen nicht erst einen Arzt aufsuchen müssen, um sich ein Rezept für das Notfallverhütungsmittel ausstellen zu lassen. Stattdessen können sie sich direkt an die nächste Apotheke wenden, damit die Einnahme möglichst schnell erfolgen kann.

Denn: Je schneller die Pille Danach nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie auch Wirkung zeigt.

Apotheker sollten auf die Forderung ohne Wertung reagieren und die Frauen möglichst objektiv aufklären und beraten. Wichtige Themengebiete sind dabei mögliche Nebenwirkungen, Wechselwirkungen und die Warnung, dass es sich bei der Pille Danach um eine Hormonbombe handelt, die nur so selten wie möglich eingenommen werden sollte.

So reagieren österreichische Apotheker

Frauen, die in einer österreichischen Apotheke die Pille Danach fordern, müssen laut dem Test des VKI mit abwertenden Blicken und der Frage nach dem „Warum?“ rechnen. Patientinnen müssen sich erklären und dem Apotheker bzw. der Apothekerin glaubhaft vermitteln, weshalb es mit der Verhütung nicht ordnungsgemäß funktioniert hat.

Oftmals reagieren die Apotheker dann mit herablassenden Sprüchen und stellen die Patientinnen dar, als seien sie gewissenlos und hätten gar kein Interesse an einer sicheren Verhütung.

Informationen über Nebenwirkungen und Co fehlen oft gänzlich oder werden lediglich in kurzen Nebensätzen abgehandelt. Viel wichtiger sei in erster Linie der Grund für die Forderung nach der Pille Danach – inklusive erhobenem Zeigefinger.

Apotheker benötigen mehr Fingerspitzengefühl

Frauen, die ein Notfallverhütungsmittel benötigen, sind normalerweise ohnehin bereits eingeschüchtert und benötigen einfach nur schnelle und einfühlsame Hilfe in ihrer Situation. Dies sollte von behandelnden Apothekern unbedingt beachtet werden. Sie sollten weder belehren, noch Rechtfertigungen einfordern, sondern informieren und helfen.

Die verantwortlichen Personen nehmen den Test der VKI nun zum Anlass, die Apotheker und Apothekerinnen Österreichs dazu aufzufordern, mehr Fingerspitzengefühl beim Thema Notfallverhütung an den Tag zu legen. In den kommenden Wochen und Monaten soll eine Art Sensibilisierung des Personals stattfinden.

Wir dürfen gespannt sein, ob sich die Situation in einem weiteren Test in einiger Zeit geändert hat.

Wie sieht eine typische Frau aus, die die Pille Danach benötigt?

Bei Notfallverhütungsmitteln denken die meisten Menschen an stürmische Teenager, die keine Ahnung von Verhütung haben und durch ihr Unwissen in regelmäßigen Abständen Unfälle beim Geschlechtsverkehr haben. Der Partner wechselt dabei natürlich ständig. Dieses Bild ist jedoch völlig falsch.

Die häufigsten Konsumenten der Pille Danach sind erwachsene Frauen im Alter von 20 bis 30 Jahren, die sich in intakten Beziehungen befinden.

Wieso reagieren so viele Apotheker allergisch auf die Pille Danach?

Letztendlich möchten wir uns noch der Frage widmen, wieso in Österreich so viele Apotheker unangenehm auf die Forderung nach der Pille Danach reagieren.

Unserer Meinung nach sehen solche Apotheker nicht die Notsituation der Frauen. Stattdessen sehen sie eine Patientin, die sich keine Gedanken um Verhütung macht und die Einnahme der Pille Danach auf die leichte Schulter nimmt.

Die wenigsten Apotheker machen sich Gedanken darüber, dass sich die Frauen, die die Apotheke betreten, tatsächlich in einer Notsituation befinden und einen einfühlsamen Berater benötigen.

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